
Respektiere die Grenzen der Wildtiere
Wir möchten Freiheit – gerade jetzt in der Pandemie spüren wir das deutlich. Es ist deshalb absolut verständlich, mit den Beschränkungen wachsen die Wünsche nach Natur und Individualität.
Mit den wenigen Freizeitmöglichkeiten konzentriert sich Aktivität auf unsere wunderschöne Natur und Wildnis um Neunburg vorm Wald. Was uns Freude macht kann aber Wildtiere in eine tödliche Gefahr stürzen.Um anderen aus dem Weg zu gehen, um etwas Neues zu erleben, oder weil es einfach so schön ist, halten sich viele Wanderer, Spaziergänger und Touristen nicht an das Wegegebot und laufen teils querfeldein durch die Natur. Auch die letzten Wochenenden konnte das quer durchs Land beobachtet werden. Fernab vom Hauptweg, wird mit Langlaufskiern entlang der Flussläufe von Ascha und Schwarzach gelaufen.


Mit den Schneeschuhen wird quer über die Felder gewatet und das Hundi muss ja auch mal auslaufen, läuft mit Herrchen und Frauchen quer durch den verschneiten Winterwald. Und weil Lumpi nur spielen will, bellt er aufgeregt beim Schneeballwerfen, manchmal verfolgt er auch die zahlreichen Wildspuren im Schnee, aber er tut ja nichts, will ja nur spielen. Es mag ebenso viel Freude machen, wie es unsichtbar Schaden bringt! Es mag ebenso romantisch wie gedankenlos sein! Wir können das Verhalten unserer Mitmenschen zu allen Tageszeiten, teils bis in die Dunkelheit hinein beobachten. Jeder behauptet von sich, er mache nichts und es sei rechtens. Und am Ende des Tages gesellen sich zahlreiche Fährten von Wild die Spuren von Mensch und Haushund im Wald/Feld. Leider nicht im Friedlichen aus Sicht der Tiere. Die Frage stellt sich leider niemand, wo sind die Grenzen, die Grenzen der Tiere. Die Wildtiere müssen bei Kälte, Feuchte, Wind und Nacht überleben.
Die Strategie der meisten Tiere, ob Feldvögel, Hasen oder Rehe, ist wenig Energie verbrauchen. Die Futtersuche und die Fluchten vor Feinden (auch möglichen Feinden wie einen Haushund) bedürfen genügend Kraftanstrengung. Die Überlebensstrategie ist Minimierung des Stoffwechselhaushalts. Am Ende zählt fürs Überleben, wer genügend Energie hat um nicht zu erfrieren, genügend Kraft hat sich Futter zu suchen und genügend Vital ist um in das Frühjahr zu kommen. Die Verluste von Feldhühnern sind dabei bei über 80%, aber auch Hasen und Rehe verlieren im starken Winter. Werden die Wildtiere beunruhigt und aus dem Einstand (so heißt der abseits der Wege liegende, meist mit Deckung/Bäumen/Hecken versehene geschützte Bereich) getrieben, verdoppelt sich die Sterberate Dramatisch ist das, so wie es aktuell gerade an den Wochenenden überall passiert, dass gleichzeitig mehrere kleine Gruppen von Menschen von quasi allen Seiten (so fühlt das Wild) und auf für das Wild unbekannten Richtungen (also abseits der öffentlichen HAUPT-Wege – diese erkennen Sie weil meist geräumt) kommen. Das ist wie eine Hetzjagd für das Wild und Panik, was den Stoffwechselhaushalt und damit den Energieverbrauch schlagartig in die Höhe treibt. Manchmal nimmt es sogar dramatische Ausmaße an, so wie gleich Anfang Januar 2021. Mehrere Naturbesucher laufen quer durch Waldwege, manche entlang der Seeroute, manche quer über den Acker, teils mit Hund, teils mit freilaufenden Hunden.

Eine Rehgeiß (Mutter) mit zwei Kitzen flüchtet, die Wanderer bemerken das nicht. Die Spuren im Schnee zeigen es später aber eindeutig. Ein nicht mal einjähriges Rehkitz wird von der Mutter abgetrennt und flüchtet, weil es keinen Ausweg mehr sieht, über den mutmaßlich gefrorenen See. Schnell weil es eine offene Fläche ist und die Deckung erst am anderen Ufer. Dabei hält das Eis nach ca. 200 m nicht mehr und das Kitz (Rehkind) bricht ein.
Es kämpft und schlägt mit den Läufen immer wieder aufs Eis, das wieder einbricht. Die dramatische brutale Szene dauert fast 40 Minuten und dabei wird auf einer Länge von fast 100m das nicht tragende Eis vom Reh aufgebrochen. Am Ende wird es durch Unterkühlung bewusstlos und stirbt am aspirierten Wasser (was die Lunge später zeigt). Eine Hilfe durch Feuerwehr, Wasserwacht und Jäger war nicht mehr möglich. Ein Leiden ohne Sinn. Das dramatische, viele denken – wie dumm doch das Reh war dort hin zu laufen – aber was sollte es tun, es ist ein Fluchttier, wird aufgeschreckt, von überall kommen mutmaßliche Feinde und auf dem See war niemand – weil jeder der dorthin gegangen wäre selbst ertrunken wäre.
Unsere Bitte von Naturschützern, Tierfreunden und Jägern an Sie –
so sollten sich Spaziergänger und Wanderer derzeit verhalten!
Respektieren Sie die Grenzen unserer Wildtiere!
Autor: Jürgen Donhauser Ph.D.
www.verkuendung-bayern.de/baymbl/2020-755/Ausführung 7912.5-U, Vollzug des Bayerischen Naturschutzgesetzes; Teil 6 „Erholung in der freien Natur“; Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz; vom 27. November 2020, Az. 62f-U8667.0-2019/1-126 • www.respektieredeinegrenzen.at • www.jagdrecht.de; Wildernde Hunde, § 292 des Strafgesetzbuches • www.gesetze-bayern.de; Art. 42 BayJG; Schutz vor wildernden Hunden • www.gesetze-im-internet.de; Wildtiere fallen unter das Tierschutzgesetz, Schutz vor wildernden Hunden , Hetze auf Tiere, Quälen von Tieren ohne Grund
Klimaschutz, Artenschutz, Biodiversität, Naturschutz … alles untrennbare Themen Tourismus, Landnutzung, Land- und Forstwirtschaft, Freizeit, Generationenfolge …
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